Festspiel­bezirk 2030

Die Festspielhäuser in Salzburg bedürfen einer grundlegenden Sanierung, Neuorganisation und Erweiterung, um den Herausforderungen der Zukunft entsprechen zu können. Eine international besetzte Fachjury hat unter 15 Projekten einstimmig ein Siegerprojekt gekürt. Das renommierte Wiener Architekturbüro Jabornegg & Pálffy hat gemeinsam mit dem Generalkonsulenten Vasko+Partner Ingenieure den zweistufigen europaweiten Wettbewerb für sich entschieden. „Das Projekt Festspielbezirk 2030 ist der letzte Baustein in der über 100-jährigen Baugeschichte des Festspielbezirks. Damit wird die Zukunft einer der wichtigsten kulturellen Infrastrukturen des Landes gesichert. Zum ersten Mal liegt der Fokus auf den Werkstätten, Arbeitsräumen und daher Arbeitsbedingungen der Personen, die die Festspiele erst möglich machen, den Menschen, die hinter den Kulissen arbeiten. Das Bauvorhaben Festspielbezirk 2030 ist dreigeteilt: Die Sanierung und Erweiterung des Bestandes anhand von ambitionierten Nachhaltigkeitszielen, Sanierung der Bühnen- und Haustechnik, deren Lebenszyklen weit überschritten sind, und die Errichtung einer Logistikspange im Berg, wodurch Zu- und Abtransporte von Lasten durch die Salzburger Altstadt spürbar reduziert und dieses Weltkulturerbe aufgewertet wird“, sagt Lukas Crepaz, Kaufmännischer Direktor der Salzburger Festspiele.

www.festspielbezirk2030.at

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Jabornegg und Palffy Visualisierung

Jabornegg und Palffy Visualisierung

Direktor Lukas Crepaz, Roman Höllbacher © SF_Jan Friese

Direktor Lukas Crepaz und Roman Höllbacher © SF_Jan Friese

Jabornegg und Palffy Visualisierung

Jabornegg und Palffy Visualisierung

Probebohrungen mit Gesteinsanalysen im Herbst 2023

Um vor Beginn der Arbeiten Erkenntnisse über die genaue Zusammensetzung des Gesteins zu erhalten, werden in Abstimmung mit den zuständigen Behörden und in Kooperation mit der TU Graz Gesteinsanalysen durchgeführt. Die Probebohrungen den ganzen Herbst über an elf nahe dem Festspielbezirk gelegenen Punkten am Mönchsberg statt.

Die Probebohrungen werden von der Bohrgesellschaft Roßla mbH durchgeführt. Die Erkundungsbohrungen dienen zur Informationsbeschaffung und werden so minimalinvasiv wie möglich durchgeführt. Die Bohrgeräte werden abseits der Gehwege am Mönchsberg positioniert.

„Wir arbeiten für die Gesteinsanalysen am Mönchsberg mit Kleingeräten und -motoren. Mit diesen wird senkrecht, in Teilbereichen auch schräg, mit einem Durchmesser von circa 10 cm in den Berg gebohrt. Wir bohren nach und nach einen Meter weiter und ziehen dann den Bohrkern heraus. Ausgewählte Gesteinsproben werden zur Untersuchung nach Graz geschickt. Wir freuen uns, in dieses zukunftsträchtige Projekt eingebunden zu sein“, sagt Gunter Kühne, Technischer Leiter Bohrgesellschaft Roßla und Mitglied der Geschäftsführung.

Die aus den Untersuchungen der geologischen Verhältnisse – Gesteinstypen, Klüftungsverhältnisse, Gegebenheiten des Baugrundes und Erkundungen der Grundwasser – gewonnenen Daten helfen den Ingenieur·innen für die Berechnungen der weiteren Baumaßnahmen.

„Das sehr kompakte Gestein des Mönchsbergs besteht aus gut verkitteten Kiesen und eignet sich ausgezeichnet für die Errichtung von Hohlräumen. Die in der Geschichte vielfach bearbeiteten senkrechten Wände am Mönchsberg zeigen die gute Bearbeitbarkeit des Gesteins. Der Bereich unmittelbar hinter den Festspielhäusern ist aus geologischer Sicht besonders gut für untertägige Baumaßnahmen geeignet. Hier fehlen die üblicherweise den Fels auflockernden Klüfte fast völlig“, so Hartwig Kraiger, Ingenieurkonsulent für Erdwissenschaften (Geologie), GWU Geologie-Wasser-Umwelt.

Jabornegg und Palffy Visualisierung

© Marco Borrelli

© Marco Borrelli

© Marco Borrelli

© Marco Borrelli

© Marco Borrelli

14. April bis 27. Juli 2023

Anlässlich des Großprojekts „Festspielbezirk 2030“ bringt die Initiative Architektur eine viel beachtete Ausstellung des Deutschen Architekturmuseums zu europäischen Bühnenbauten nach Salzburg.

Die ursprünglich parallel zur Diskussion über die Zukunft der Städtischen Bühnen Frankfurt entwickelte Ausstellung „GROSSE OPER – VIEL THEATER?“ vergleicht europäische Projekte der letzten Jahre. Darunter sind Sanierungen historischer Anlagen ebenso wie spektakuläre Neubauten, die in manchen Fällen auch einen städtebaulichen Akzent gesetzt haben. Die Projekte wurden sachlich aufbereitet und Fakten zu Größen, Kosten und Projektlaufzeiten verglichen. Um möglichst gute Vergleichsparameter zu erzielen, werden nur europäische Projekte vorgestellt. Für die Präsentation in Salzburg wurde die Ausstellung um das Projekt „Festspielbezirk 2030“ erweitert und um die entsprechenden Fakten ergänzt.

Eine Ausstellung in Kooperation mit den Salzburger Festspielen mit freundlicher Unterstützung der Freunde der Salzburger Festspiele.

Im Begleitprogramm zur Ausstellung wird das Vorhaben in seinen vielfältigen Aspekten präsentiert. Die Themen dieser Veranstaltungen reichen von Architektur, Denkmalpflege, Kunst und Kulturgeschichte bis hin zu Fragen der Logistik und der Nachhaltigkeit.

>> Weiterführende Informationen, auch zum Rahmenprogramm



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Mühlbach 11
5141 Moosdorf | Österreich